Persephone

Mancher Schritt, der uns als Ausweg erscheint, führt in Wahrheit nur tiefer in die Ausweglosigkeit.
Tina Seidler

 

In der Zeit des Jahres, in der Persephone in der Unterwelt als Königin regierte, herrschte auf der Erde tiefster Winter. Erst mit ihrer Rückkehr erblühten die Blumen im Frühling erneut. Obwohl Persephone ihrem Gatten Hades nahezu stets treu war, hatte sie keine Kinder mit ihm. Sie zog die Gesellschaft Hekates vor, denn die Unterwelt machte sie unglücklich. Einst gab ihr Aphrodite eine Truhe zur Aufbewahrung und bat Persephone sie an einem dunklen Ort zu verstecken. Der Neugier unterlegen warf diese einen Blick in die Truhe und entdeckte den jungen Adonis, den Aphrodite verbergen wollte, da sie für sein schlimmes Schicksal verantwortlich war. Persephone zog den Jüngling auf, doch als Aphrodite davon erfuhr, eilte sie sofort in den Tartaros, um Adonis zurückzufordern. Persephone, die sich inzwischen in den Schönling verliebt und ihn zu ihrem Liebhaber gemacht hatte, wollte ihn nicht wieder hergeben. Erzürnt wandte sich Aphrodite an Zeus, der ihre Gelüste erkannte und den Fall an ein niederes Gericht, dem die Muse Kalliope vorstand, verwies. Kalliope entschied, dass das Jahr für Adonis dreigeteilt werden sollte und er jeweils einen Teil mit Persephone und Aphrodite verbringen sollte. Den dritten Teil des Jahres sollte er nutzen, um sich von den liebessüchtigen Forderungen zu erholen. Aphrodite nutzte jedoch bald ihren Gürtel, damit Adonis auch diesen Teil mit ihr verbringen wollte. Persephone, zurecht empört, eilte zu Ares und eröffnete ihm, dass Aphrodite ihn mit einem Sterblichen betröge. Von unbändiger Eifersucht getrieben verwandelte sich Ares in einen Eber und begenete dem jagenden Adonis. Vor den Augen der Aphrodite spießte er Adonis mit seinen Hauern auf und dessen Seele wanderte in den Tartaros, wo er fortan die Zeit mit Persephone verbrachte. Doch Aphrodite wandte sich erneut weinend an Zeus, der Adonis erlaubte, die Sommermonate mit ihr zu verbringen.

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Kunst